Wenn wir auf eine Landkarte blicken, die fast nur aus Grün, Blau und feinen Linien besteht, sehen wir dann unberührte Wildnis oder ein streng kalkuliertes Ressourcennetz? Die im Jahr 1924 veröffentlichte Suomen Valtionmetsäin kartta (Karte der finnischen Staatswälder) führt uns genau in dieses Spannungsfeld. Sie ist weit mehr als ein forstwirtschaftliches Planungsinstrument – sie dokumentiert einen entscheidenden Wendepunkt und die Geburt einer souveränen Nation.
*Bestände
Entomologie im Dienst der kolonialen Plantagenwirtschaft
Im September 1929 brach der ETH-Doktorand Gustav Bünzli, der – wie sein Name vielleicht erahnen lässt – Schweizer war, auf eine Reise nach Suriname auf.[1] Damals war Suriname eine holländische Kolonie, die vor allem für den Kaffeeanbau ausgebeutet wurde.[2] Die für die Plantagenwirtschaft typische Monokultur hatte einen wesentlichen Nachteil: Sie litt unter einem Ameisenbefall, der in einer berüchtigten Pflanzenkrankheit namens Phloemnecrose resultierte, die von Pflanze zu Pflanze übertragen wurde.[3] Die Plage führte zu beachtlichen finanziellen Schäden für die Kolonialherrscher. Bünzlis Reise nach Suriname hatte den Zweck, eine taxonomische Klassifikation der lokalen Insekten durchzuführen sowie eine Empfehlung für die Ameisenbekämpfung zu erstellen.
«Heimat, die ihre Söhne nicht mehr kennt» – Arnold Heim zwischen Freiheitsdrang und Hochschulkarriere
Als Arnold Heim 1904 sein Studium der Geologie am Eidgenössischen Polytechnikum – der heutigen ETH Zürich – abschliesst, scheint sein akademischer Werdegang vorgegeben. Schliesslich sind sein Vater und sein Patenonkel die ersten Professoren auf dem Lehrstuhl für Geologie. Arnold promoviert erfolgreich an der Universität Zürich, habilitiert 1908 und wird Privatdozent an beiden Zürcher Hochschulen.
Frühe Theorien und Durchbruch der Glaziologie
Auch die Schweizer Forschertriade Ignaz Venetz (1788–1859), Jean de Charpentier (1786–1858) und Louis Agassiz (1807–1873) vertiefte den glaziologischen Diskurs zunächst um die Frage nach der Eiszeit. Ignaz Venetz begründete die Idee einer Eiszeit, welche später durch Jean de Charpentier und Louis Agassiz in der Wissenschaft … Weiterlesen …
Vernetzte Professoren: Was Provenienzerschliessung alles ans Licht bringen kann
Wem gehörte eine Karte oder ein Buch, bevor sie ihren Weg in den Bestand der ETH-Bibliothek fanden? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Katalogisierenden der Gruppe Rara und Karte in der Provenienzerschliessung. Anhand von Stempeln, Exlibris und handschriftlichen Widmungen werden sowohl Vorbesitzer als auch buchhistorische, biographische und geisteswissenschaftliche Zusammenhänge ermittelt.
Vor 200 Jahren in der Gegend der Thur
Ab dem Jahr 1825 brachte der Toggenburger Künstler Johann Baptist Isenring sein Album «Thurgegenden» heraus – ein Werk, das uns heute mit erstaunlicher Detailtreue in die malerischen Landschaften an der Thur vor 200 Jahren zurückversetzt.
Brücken für Bern und Boston
Christian Menn gilt als einer der renommiertesten Brückeningenieure der Schweiz. In der Zeit, in welcher sich der Betonbau intensivierte und die Schweiz ihr Autobahnnetz ausbaute, verortet sich Menn in der Tradition von Robert Maillart in der Verfolgung grösserer Spannweiten durch Vorspanntechnik. Er leitete in Chur ab 1957 ein eigenes Ingenieurbüro und entwarf innovative Konzepte. 1971 nahm er eine Professur für Baustatik und Konstruktion an der ETH Zürich an, wo er bis ins Jahr 1992 lehrte. Menns Projekte ordnen sich einem Schweizer Funktionalismus zu, welcher Schlichtheit, Funktionalität und Ästhetik vereint. Zwei Modelle von Brücken befinden sich in der Sammlung wissenschaftlicher Instrumente und Lehrmittel.
Adelheid Lange – Die erste Studentin an der Bauschule der ETH
Als erste Architekturstudentin der ETH Zürich gilt Flora Steiger-Crawford, die 1923 als erste Frau ihr Diplom erhielt. Doch bereits 1899 hatte die US‑Amerikanerin Adelheid Lange Frauen den Weg zum Studium an der Bauschule geebnet.
Weltmeere in der Hosentasche: Justus Perthes’ See-Atlas
In der Epoche der späten Globalisierung, imperialen Expansion und des technologischen Umbruchs im 19. Jahrhundert entstand ein Werk, das die vielfältige Welt der Karten in einem handlichen Format bündelt. Der erstmals 1894 erschienene „See-Atlas“ von Justus Perthes – als Ergänzung zu „Justus Perthes’ Taschen-Atlas“ – war dabei weit mehr als eine Sammlung von Seekarten: Er war ein umfassendes Kompendium der nautischen und physikalischen Seefahrtskunde. Und das in einem Format, das bequem in der Hosentasche Platz fand.
Messmethoden der Glaziologie: Niederschlagsmesser
In unserer neuen Ausstellung „Entgletscherung – Die Vermessung des Eises“, die Sie im Hauptgebäude der ETH Zürich, im extract, besuchen können, beschäftigen wir uns in fünf Kapiteln mit der Geschichte der Glaziologie an der ETH Zürich. Gletscherforscher:innen vermessen die Schweizer Gletscher seit mehr als 150 Jahren systematisch. Die eindrucksvolle Zeitreise umfasst eine Reihe von Themen, darunter die abenteuerlichen Alpenexpeditionen und frühen Eiszeit-Theorien. Darüber hinaus werden auch historische und modernste Vermessungsmethoden und Fragen zur Zukunft behandelt.