‹Schweizerische Grönlandexpedition› 1912/13. Zur Schweizer Erstkartografierung eines dänischen Kolonialraums

Im April 1912 brachen sieben Wissenschaftler unter der Leitung des Schweizer Forschers Alfred de Quervain (1879–1927) zur rund vierzehnmonatigen ‹Schweizerischen Grönlandexpedition› auf. Nach dem gescheiterten ersten Anlauf im Jahr 1909 sollte nun bei diesem zweiten Versuch die Erstüberquerung des Inlandeises bis zur Ostküste Grönlands und deren Erstkartografierung gelingen. Das Gebiet im Osten Grönlands heisst bis heute ‹Schweizerland›. Im Anschluss an diese Expedition im kolonialen Kontext erhielt de Quervain im Jahr 1915 eine Titularprofessur an der ETH Zürich.

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Moderne Schädlingsbekämpfung und die vielen Gesichter des Multilateralismus: Vittorio Delucchis Leben im Übergang

Als der Entomologe Vittorio Delucchi im Januar 1968 die ETH betrat, war es eine Heimkehr; eine, für die man ihm einen roten Teppich bis nach Rom ausgerollt hatte. Der Tessiner widmete seine Forschungskarriere der Idee, Schädlinge mit anderen Schädlingen zu bekämpfen. Er war ein Pionier dieser Methode, die sich zur Zeit seines Wirkens als Alternative zur chemischen Schädlingsbekämpfung etablierte.[i] Delucchi war als Gründer des Instituts für Phytomedizin und langjähriger Professor eine wichtige Figur an der ETH. Seine frühe Karriere verbrachte er allerdings beim Commonwealth Institute of Biological Control (CIBC) und der Food and Agriculture Organisation (FAO) der UN. Auch darüber hinaus und danach bewegte er sich in einem sehr internationalen Umfeld. Delucchi war Mitgründer der International Organisation for Biological Control und arbeitete in zahlreichen Ländern, häufig in Nord- und Westafrika.[ii] In der entomologischen Sammlung der ETH liegt die unveröffentlichte Autobiografie des Insektenforschers. Sie erlaubt einen Rückblick auf eine ergiebige Wissenschaftskarriere, aber auch Einblicke in die Ambivalenz der Intervention von multilateralen Organisationen im Zeitalter der Dekolonisierung.

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The Evidence for Easter – oder was man sonst so im Hochschularchiv findet

Im Hochschularchiv der ETH Zürich werden über fünfzehntausend Bestände von Privatpersonen mit ganz unterschiedlichem Inhalt aufbewahrt. Einer davon ist der Bestand Hs 1405, der Fremdmanuskripte umfasst, die von Carl Alfred Meier gesammelt wurden. C. A. Meier war ein Schweizer Psychiater und Psychologe sowie ein enger Freund von Carl Gustav Jung.

In diesem Bestand finden sich unter anderem zwei Manuskripte von Samuel MacLean Gilmour zum Osterglauben: „The Evidence for Easter” (Hs 1405:90) und „Theology and Psychology of the Easter Faith” (Hs 1405:91).

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Der Nachlass eines ganz ordentlichen Nobelpreisträgers

Wer von Richard R. Ernsts feinsäuberlicher Schrift und seinen gut strukturierten Vorlesungen an der ETH Zürich gehört hat, dürfte nicht sonderlich davon überrascht sein, dass sich diese Ordnungsliebe auch durch die Verwaltung seiner persönlichen Unterlagen gezogen hat. Der ehemalige Professor für Physikalische Chemie der ETH Zürich hat sich insbesondere durch seine bahnbrechenden Entdeckungen in der Kernspinresonanzspektroskopie (NMR), welche heute noch die theoretischen Grundlagen der heutigen MRI-Technologie bilden, als Wissenschaftler einen Namen gemacht. Im Jahr 1991 wurde seine Anwendung der Fourier-Transformation, die eine bedeutend effizientere Bestimmung molekularer Strukturen ermöglichte, mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet.

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«Heimat, die ihre Söhne nicht mehr kennt» – Arnold Heim zwischen Freiheitsdrang und Hochschulkarriere

Als Arnold Heim 1904 sein Studium der Geologie am Eidgenössischen Polytechnikum – der heutigen ETH Zürich – abschliesst, scheint sein akademischer Werdegang vorgegeben. Schliesslich sind sein Vater und sein Patenonkel die ersten Professoren auf dem Lehrstuhl für Geologie. Arnold promoviert erfolgreich an der Universität Zürich, habilitiert 1908 und wird Privatdozent an beiden Zürcher Hochschulen.

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Puzzlen mit Phytoplankton

Manchmal täuscht die Grösse. Kieselalgen können ganz schön gross herauskommen. Wenn man nur brilliant genug mit ihnen umgeht. Dies ist die Geschichte von ausserordentlicher Kunstfertigkeit, vom systematischen Sammeln kleinster Mikroskopier-Proben und von einem der begabtesten Pioniere und seiner Vernetzung in Sammlerkreise und Institute von Hochschulen.

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Durchbruch in der Kernspinresonanz-Spektroskopie – Das Laborjournal «Experiments I»

Von aussen betrachtet deutet nichts darauf hin, dass sich im Laborjournal «Experiments I» von Richard R. Ernst (1933–2021), ETH-Professor für Physikalische Chemie, nobelpreiswürdige Aufzeichnungen verbergen. Es handelt sich um ein schlichtes Notizheft im A4-Format mit kariertem Papier und einer einfachen Metallringbindung. Beim Aufschlagen fallen höchstens die vergilbten Seiten und die inzwischen deutlich sichtbaren Leimspuren ins Auge, die auf das fortgeschrittene Alter des Journals hinweisen. Doch Ende 1964 notierte Ernst – damals noch Mitarbeiter der Firma Varian Associates in Palo Alto, Kalifornien – darin Überlegungen, die zu einer radikalen Verbesserung der Kernspinresonanz-Spektroskopie führten. Mit dieser Methode lässt sich heute die Struktur selbst komplexer Moleküle entschlüsseln. Ernsts Weiterentwicklung bildete zudem eine entscheidende Grundlage für die Entwicklung der Magnetresonanztomografie.

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