In den 1860er-Jahren herrschte Aufbruchstimmung, die systematische Erforschung der Natur in der Schweiz begann. Dabei wurden Institutionen wie das Eidgenössische Topographische Bureau sowie die Geologische oder Meteorologische Kommission gegründet. 1869 initiierten der Schweizer Alpenclub und die Schweizerische Naturforschende Gesellschaft das Glaziologische Kollegium (ab 1893: Gletscherkommission), um die Gletscherforschung zu fördern. Unterstützt wurde das Kollegium vom Topographischen Bureau und von lokalen Forstdiensten.
BILDARCHIV
Frühe Theorien und Durchbruch der Glaziologie
Auch die Schweizer Forschertriade Ignaz Venetz (1788–1859), Jean de Charpentier (1786–1858) und Louis Agassiz (1807–1873) vertiefte den glaziologischen Diskurs zunächst um die Frage nach der Eiszeit. Ignaz Venetz begründete die Idee einer Eiszeit, welche später durch Jean de Charpentier und Louis Agassiz in der Wissenschaft … Weiterlesen …
Raus aus der Studierstube
Die Erforschung der Gletscher bedeutet keine Laborarbeit, sondern hartnäckige Auseinandersetzung mit den rauen Eismassen. Einer der ersten modernen Glaziologen war der Genfer Professor Horace Bénédict de Saussure (1740–1799). Er unternahm mehrere Forschungsreisen und publizierte seine Beobachtungen und Messungen im Werk „Voyages dans les Alpes“.
Die Entmythisierung der Gletscher
In der Volksliteratur sah man Gletscher als eine eigene, unberührte Welt innerhalb der Schweizer Alpen an. Sie wurde aus der Ferne beobachtet und gleichzeitig als ein fantastischer Ort gefürchtet, bewohnt von Feen, bösen Geistern und dem Teufel selbst. Naturwissenschaftlich und künstlerisch tätige Personen fingen allerdings an, den Mythos „Gletscher“ in Frage zu stellen und das weisse Gebiet zu bereisen.
Messmethoden der Glaziologie: Niederschlagsmesser
In unserer neuen Ausstellung „Entgletscherung – Die Vermessung des Eises“, die Sie im Hauptgebäude der ETH Zürich, im extract, besuchen können, beschäftigen wir uns in fünf Kapiteln mit der Geschichte der Glaziologie an der ETH Zürich. Gletscherforscher:innen vermessen die Schweizer Gletscher seit mehr als 150 Jahren systematisch. Die eindrucksvolle Zeitreise umfasst eine Reihe von Themen, darunter die abenteuerlichen Alpenexpeditionen und frühen Eiszeit-Theorien. Darüber hinaus werden auch historische und modernste Vermessungsmethoden und Fragen zur Zukunft behandelt.
Die Erforschung von Schneekristallen
Kürzlich hat das Bildarchiv drei Fotoalben von Robert Ulisses Winterhalter (1902–1978) von seiner Enkelin erhalten. Im Nachlass von Robert U. Winterhalten sind insgesamt 1’494 Bildern enthalten. Die Bilder finden sich mit dem Bildcode-String Ans_15956 auf E-Pics Bildarchiv. Auffällig dabei ist: Kein Schneekristall ähnelt dem anderen! … Weiterlesen …
Auf den Spuren von Arthur Ruh: Ein Schweizer in Manila der 1920er Jahre
Die Fotoalben von Arthur Ruh, einem Schweizer Kaufmann der 1920er Jahre, öffnen ein faszinierendes Fenster in das Leben einer kleinen europäischen Gemeinschaft in Manila. Zwischen tropischen Landschaften, kolonialen Stadtszenen und privaten Momenten dokumentierte Ruh seine Reisen, Begegnungen und den Alltag fern der Schweizer Heimat. Auch wenn über sein Leben kaum mehr bekannt ist, erzählen seine Aufnahmen umso lebendiger von einer vergangenen Zeit.
Entgletscherung – Die Vermessung des Eises
Die Gletscher schmelzen. Und zwar schon lange. Wie sehr, das wird seit mehr als 150 Jahren akribisch vermessen.
Die neue Ausstellung im extract führt durch die lange Geschichte der Gletscherforschung – von alten Mythen über die ersten Messungen bis zur modernen Glaziologie an der ETH Zürich.
Das gefangene Tier: Kuratierte Reflexionen im ETH Bildarchiv während des Zurich Art Weekend 2025
Anlässlich des Zurich Art Weekend 2025 führte ich am 14. und 15. Juni eine kuratierte Führung mit dem Titel The Captured Animal: Encounter im ETH Bildarchiv in Zusammenarbeit mit Nicole Graf. Diese Führung lud internationale Teilnehmer dazu ein, darüber nachzudenken, wie Tiere in unterschiedlichen kulturellen, wissenschaftlichen und kolonialen Kontexten dargestellt, klassifiziert, instrumentalisiert und betrachtet wurden. Die Begegnung entfaltete sich in vier thematischen Akten, die sich von Laborräumen zu Zoos, von taxidermisierten Ausstellungen zu Momenten des direkten visuellen Kontakts zwischen Mensch und Tier bewegten.
Der Bodensee – Teil 2/2: Region der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie
Kaum jemand weiss (ausser man ist in der Branche tätig), dass die deutsche Seite des Bodensees einer der wichtigen Standorte der Luft- und Raumfahrtindustrie Deutschlands ist. Begonnen hat dies alles Anfang des 20. Jahrhunderts mit Ferdinand Graf Zeppelin, der dort seine Luftschiffe «Zeppeline» verwirklichte, und mit Claude Dornier.