In diesem Beitrag möchte ich die Forschungsreise der Schweizer in Beziehung zu kolonialen Aneignungen mithilfe des Elements Wasser setzen. In der Arktis führen die Verkehrswege über das Meer und durch die Fjorde. Einige der Routen führten 1912 zu Fangplätzen, die gerade dank Nährstoffeintrag von Gletscherabbruch und Fliesswasser genügend artenreich gewesen sein dürften, um für die Bewohner den Weg ins Jagdgebiet lohnenswert zu machen. Wie benutzten dagegen die Grönlandreisenden den Wasserraum und wie nahmen sie den Umgang der Inuit damit wahr? Am Ende eines solchen Fjordarms lag der von der Westgruppe untersuchte Ekip Sermia, auch Eqi-Gletscher genannt.
Es ist ein bemerkenswerter Glücksfall der Überlieferung, dass das Panorama des 1912 photogrammetrisch dokumentierten Gletschers in herausragender Fotoqualität rekonstruiert werden konnte. Doch in welchem Kontext entstand die Aufnahme?
Fotografie
Zwischen Gletscher und Glas: Die Fotodokumente der Schweizer Grönlandexpedition 1912/13
Vor der Unterkunft der Schweizerischen Grönlandexpedition in Sisimiut standen im Mai 1912 Blechbüchsen und Holzkisten. Ein Schneezipfel beherbergte die leeren Schlitten, die akurat aufgereiht genau wie die Skis an der Hauswand ihrer Verwendung entgegensahen. Es muss bald nach der Ankunft in Sisimiut gewesen sein, als die sieben Expeditionsteilnehmer an ersten Etappenzielen Touren absolviert und die allermeisten Instrumente erprobt hatten. Gewonnene Einsichten manifestierten sich, lange erhoffte Ereignisse warteten noch auf dem Weg der Ost- und der Westgruppe der Küste entlang nach Norden.
Mitgeführt wurden unter anderem Apparate und Behältnisse voller Negativmaterial für eine exklusive Fotodokumentation.
Wir möchten im Folgenden auf einige Kameraausrüstungen hinweisen und den Spielraum betrachten, der sich 1912 den Akteuren der Expedition in fotografischer Hinsicht bot.
Als Westgruppe am Eisrand. Was 1912 drei Forscher in Grönland motivierte
Die Schweizerische Grönlandexpedition startete am 20. Juni 1912 am Rand des Gletschers Eqip Sermia ins Innere des grönländischen Eisschilds. Alle sieben Grönlandreisenden und fünf Inuit, begleitet von 29 Hunden, zogen und hievten auf 600 m über Meer drei volle Schlitten und sich selbst das ansteigende, unebene Eis hinauf. Eine geballte Ladung Schub für die erfolgreiche Bewältigung der Hunderte Kilometer langen Strecke bis Ostgrönland. Die vierköpfige Ostgruppe unter der Leitung von Alfred de Quervain war dadurch und dank ausgezeichneter Vorbereitung optimal positioniert und nahm die Querung unter die Füsse bzw. Kufen.
Nicht Teil des Teams waren die drei Mitglieder der Westgruppe. Ihnen ist der folgende Beitrag gewidmet.
Die Cometen: Hansjörg Egger
Hansjörg Egger kam in den 1970er Jahren zu Comet, in einer „goldenen Zeit“, wie er selbst sagt. Der Geist der „alten Hasen“ Hans Gerber, Jack Metzger und Björn Erik Lindroos war noch lebendig und die Fotografie erlebte eine letzte Blüte vor dem digitalen Zeitalter.
Die Cometen: Willy Heiniger
Über den Fotografen Willy Heiniger gibt es so gut wie keine schriftlichen Zeugnisse, und im Umfeld der noch lebenden Cometen hat sich bisher niemand gefunden, der ihn kannte oder etwas über ihn erzählen könnte. Paradoxerweise ist Heiniger wohl der Fotograf mit den meisten Selbstporträts im Archiv. Das vorliegende Porträt stützt sich deshalb vor allem auf Bilder.
Die Cometen: Ueli Meier
Ueli Meier arbeitete nach seiner Lehre als Physiklaborant an der ETH in der Dünnschicht Elektronik der Balzers AG in der Entwicklungs- und Fertigungsabteilung Hybridschaltungen und Chrom-Blanks für Chip-Masken. Er wechselte 1994 zur Comet Photo AG, wo er sich mit Bildarchiven und deren Digitalisierung beschäftigte. Ueli Meier war ab 1994 massgeblich am Aufbau der Bild-Datenbank mit ImageFinder beteiligt und auch als Fotograf unterwegs.
Die Cometen: Dieter Enz
Dieter Enz war eine der wichtigsten Figuren in den letzten 15 Jahren der Comet Photo AG. Zusammen mit seinem Jugendfreund Ueli Meier übernahm er Anfang der 90er Jahre die Geschäftsleitung und blieb bis zum Konkurs 1999.
Die Cometen: Das Archiv und der Verlag
Das Archiv der Comet Photo AG spielte eine zentrale Rolle für das Funktionieren der Agentur. Das gesamte von den Fotografen produzierte Material musste katalogisiert und geordnet werden, damit es den Kunden jederzeit schnell zur Verfügung stand.
Die Cometen: Das Labor
Anfang der 1960er-Jahre arbeiteten drei Laborantinnen am Sitz der Comet Photo AG am Sonneggsteig 7 in Zürich. Sie entwickelten sämtliche Filme von auswärtigen Kunden, unter anderem für die Firmen Photo Studio 13 und Stutz. Die Comet-Fotografen verarbeiteten ihr Material in der Regel selbst. Zu Beginn geschah dies noch von Hand, später wurde zusätzlich eine Maschine eingesetzt.
Die Cometen: Yvonne Bürgi
Den Leserinnen und Lesern der Serie „Die Cometen“ ist vielleicht schon aufgefallen, wie wenig Frauen bei der Comet Photo AG beschäftigt waren, vor allem im Fotografenteam. Den traditionellen Geschlechterrollen entsprechend arbeiteten sie in der Verwaltung, im Archiv oder im Labor. Als Fotografinnen traten sie kaum in Erscheinung. Die wenigen Ausnahmen sind mit Marianne Vogel Senn, Lucia Elser und Yvonne Bürgi schnell aufgezählt. Zudem verliessen die drei Fotografinnen die Agentur nach kurzer Zeit wieder. Warum war das so?