Vor der Unterkunft der Schweizerischen Grönlandexpedition in Sisimiut standen im Mai 1912 Blechbüchsen und Holzkisten. Ein Schneezipfel beherbergte die leeren Schlitten, die akurat aufgereiht genau wie die Skis an der Hauswand ihrer Verwendung entgegensahen. Es muss bald nach der Ankunft in Sisimiut gewesen sein, als die sieben Expeditionsteilnehmer an ersten Etappenzielen Touren absolviert und die allermeisten Instrumente erprobt hatten. Gewonnene Einsichten manifestierten sich, lange erhoffte Ereignisse warteten noch auf dem Weg der Ost- und der Westgruppe der Küste entlang nach Norden.
Mitgeführt wurden unter anderem Apparate und Behältnisse voller Negativmaterial für eine exklusive Fotodokumentation.
Wir möchten im Folgenden auf einige Kameraausrüstungen hinweisen und den Spielraum betrachten, der sich 1912 den Akteuren der Expedition in fotografischer Hinsicht bot.
Forschungsreise
Als Westgruppe am Eisrand. Was 1912 drei Forscher in Grönland motivierte
Die Schweizerische Grönlandexpedition startete am 20. Juni 1912 am Rand des Gletschers Eqip Sermia ins Innere des grönländischen Eisschilds. Alle sieben Grönlandreisenden und fünf Inuit, begleitet von 29 Hunden, zogen und hievten auf 600 m über Meer drei volle Schlitten und sich selbst das ansteigende, unebene Eis hinauf. Eine geballte Ladung Schub für die erfolgreiche Bewältigung der Hunderte Kilometer langen Strecke bis Ostgrönland. Die vierköpfige Ostgruppe unter der Leitung von Alfred de Quervain war dadurch und dank ausgezeichneter Vorbereitung optimal positioniert und nahm die Querung unter die Füsse bzw. Kufen.
Nicht Teil des Teams waren die drei Mitglieder der Westgruppe. Ihnen ist der folgende Beitrag gewidmet.
Blutregen und Passatstürme
In den vergangenen Jahren gab es im Frühjahr vermehrt rekordverdächtige frühsommerliche Temperaturen, welche mit einem eigenartigen und faszinierenden Wetterphänomen im Zusammenhang stehen: Dem Transport von kleinen Wüstenpartikeln aus der Sahara…
Frauen und der Himalaya
An den Himalaya-Expeditionen der Schweizerischen Stiftung für Alpine Forschung (SSAF) waren nicht nur Männer, sondern auch Frauen beteiligt. Das historische Stiftungsarchiv der SSAF, das sich im Hochschularchiv der ETH Zürich befindet, kann diese Geschichten in Texten und Bildern wieder aufleben lassen.
Sonnige Welten
Die Ostasiatischen Reiseskizzen des Ehepaars Selenka führen uns auf die tropischen Inseln Borneo, Java, Sumatra, Sri Lanka und Japan des ausgehenden 19. Jahrhunderts.
Die Maggi-Influencer des 20. Jahrhunderts
Bekannt ist Maggi bis heute für die sogenannte Maggi Suppenwürze und das unverkennbare gelb-rote Logo, das noch immer die Produkte ziert. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts war sich Maggi bewusst, wie effektiv Produktwerbung durch Sponsoring sein kann. Drei Schweizer Grössen, Alfred de Quervain, Arnold Heim und Albert Einstein waren regelrechte Maggi-Influencer avant la lettre!
Vom Nutzen und den Risiken des Einsatzes modernster Technologie – 1776 und 2023
Christian Friedrich Schwan (1733–1815) war Verleger und Hofbuchhändler in Mannheim, verlegte Schillers Räuber und weitere seiner Dramen und verkehrte mit den literarischen und geistigen Grössen seiner Zeit. In seinem Verlag erschien 1776 das Reisetagebuch von Cosimo Alessandro Collini (1727–1806) mit „mineralogischen Betrachtungen, insbesondere zu Achaten … Weiterlesen …
Forschen auf dem Eis: Messungen auf dem Aletschgletscher 1841
Im Sommer 1841 unternahm der Geologe Arnold Escher gleich zwei mehrwöchige Exkursionen hoch hinauf ins ewige Eis der Alpen. Es galt, die ersten Hypothesen der Gletscherkunde im Feld zu überprüfen. Die Forschung widmete sich in ihren Anfängen allen nur möglichen Fragen, unter anderem der unterschiedlich schnellen Bewegung der Eismasse, der Art des Fortschreitens oder dem Abschmelzen von Schnee und Eis auf dem Gletscher. Dazu sind interessante Versuche Eschers dank seiner Tagebücher überliefert.
Woman on the spot
Während derzeit überall Hitzerekorde gebrochen werden, werfen wir zur Abkühlung einen Blick in den hohen Norden und gehen der Frage nach, wer im August 1912, also vor hundert Jahren, die lange Reise aus der Schweiz auf sich genommen hatte, um Alfred de Quervain in Grönland zu besuchen.
Entdecken Sie die Welt des Alpinismus und der alpinen Forschung!
Das Hochschularchiv hat auch während der Pandemie wertvolle und spannende Neuzugänge zu verzeichnen. Besonders interessant ist dabei das historische Archiv der Schweizerischen Stiftung für Alpine Forschung (SSAF).