Als erste Architekturstudentin der ETH Zürich gilt Flora Steiger-Crawford, die 1923 als erste Frau ihr Diplom erhielt. Doch bereits 1899 hatte die US‑Amerikanerin Adelheid Lange Frauen den Weg zum Studium an der Bauschule geebnet.
gender studies
Architektonische Reimagination: Der Schweizer Pavillon an der Biennale von Venedig
In ihrem diesjährigen Beitrag für den Schweizer Pavillon an der Biennale von Venedig fragt das Architektinnen-Kollektiv Annexe: «Was wäre, wenn nicht Bruno Giacometti, sondern Lisbeth Sachs den Schweizer Pavillon entworfen hätte?». Die Überlagerung der bestehenden Pavillonarchitektur mit dem zeitgleich entstandenen Entwurf einer weiblichen Kollegin hinterfragt den Status quo und etabliert ein alternatives Narrativ.
Frauen und der Himalaya
An den Himalaya-Expeditionen der Schweizerischen Stiftung für Alpine Forschung (SSAF) waren nicht nur Männer, sondern auch Frauen beteiligt. Das historische Stiftungsarchiv der SSAF, das sich im Hochschularchiv der ETH Zürich befindet, kann diese Geschichten in Texten und Bildern wieder aufleben lassen.
Woman on the spot
Während derzeit überall Hitzerekorde gebrochen werden, werfen wir zur Abkühlung einen Blick in den hohen Norden und gehen der Frage nach, wer im August 1912, also vor hundert Jahren, die lange Reise aus der Schweiz auf sich genommen hatte, um Alfred de Quervain in Grönland zu besuchen.
Flucht und Flötentöne – Lise Meitner zum Gedenken
Fast wäre die Atomphysikerin und verhinderte Nobelpreisträgerin Lise Meitner (1878-1968) Professorin an der ETH geworden. Ein amerikanischer Spion überbrachte ihr – kaum war der zweite Weltkrieg offiziell vorbei – ein Angebot aus Zürich.
Die ersten Schweizer Pilotinnen
Bis in die 1980er Jahre war das Flugzeugcockpit eine fast ausschliesslich männliche Domäne – nicht zuletzt in der „Männerrepublik“ Schweiz, wo erst 1971 das Frauenstimmrecht auf Bundesebene eingeführt wurde. Die schweizweit erste Linienpilotin stellte die Crossair 1983 mit Regula Eichenberger ein. Im Juni gleichen Jahres beschloss auch die Geschäftsleitung der Swissair, eine Detailstudie in Auftrag zu geben, um das
Raus aus dem Schatten des Gatten – Donella Meadows, die erste Ehrendoktorin der ETH Zürich
Ein schwarzer Schnürschuh mit gelbem Grobstrickstrumpf im Schaft zertritt den Erdglobus: Damit erschreckte ein Plakat auf Reklametafeln und in Schaufenstern von Buchhandlungen die Vorbeigehenden 1973. Es warb für das Taschenbuch mit dem gleichen Bild auf dem Umschlag, nämlich für „Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit“. Mit grausiger Drastik illustriert die Darstellung den Text auf der Umschlagrückseite:
Eine gewisse Miss Simons – Zum 80. Todestag von Emmy Noether
Die Schweizerische Mathematische Gesellschaft hatte auf Anfang September 1932 nach Zürich geladen zum internationalen Kongress. Was Rang und Namen hatte in der abstrakten Wissenschaft und ausserdem trotz Wirtschaftskrise die nötigen Mittel aufbrachte, reiste an die Limmat.
Das Fräulein Doktor Privatdozent – Laura Hezner, die erste Habilitandin der ETH
Im historischen Schulratsarchiv, den Geschäftsunterlagen des ETH Leitungsgremiums aus vergangener Zeit, schlummert eine besondere Kostbarkeit: Das einzige handschriftliche Original aus der Feder von Laura Hezner.
Die ETH – eine sozialrevolutionäre Brutstätte? Die russischen Anfänge des Frauenstudiums
Als Anna Rosenstein im Alter von 18 Jahren mit väterlicher Erlaubnis ans Eidgenössische Polytechnikum kam, war sie erst die zweite Frau, die die anspruchsvolle Aufnahmeprüfung bestanden hatte und zum Diplomstudium zugelassen wurde. Ein Jahr zuvor, 1871, hatte Nadina Smetzky (Nadežda Smezkaja) aus Moskau ihr Maschinenbaustudium begonnen.