Im September 1929 brach der ETH-Doktorand Gustav Bünzli, der – wie sein Name vielleicht erahnen lässt – Schweizer war, auf eine Reise nach Suriname auf.[1] Damals war Suriname eine holländische Kolonie, die vor allem für den Kaffeeanbau ausgebeutet wurde.[2] Die für die Plantagenwirtschaft typische Monokultur hatte einen wesentlichen Nachteil: Sie litt unter einem Ameisenbefall, der in einer berüchtigten Pflanzenkrankheit namens Phloemnecrose resultierte, die von Pflanze zu Pflanze übertragen wurde.[3] Die Plage führte zu beachtlichen finanziellen Schäden für die Kolonialherrscher. Bünzlis Reise nach Suriname hatte den Zweck, eine taxonomische Klassifikation der lokalen Insekten durchzuführen sowie eine Empfehlung für die Ameisenbekämpfung zu erstellen.
Dekolonisierung
Dekolonialisierung von Sammlungen und Archiven? – Ein Versuch aus der Praxis
Sonnenuhren, Reisetagebücher, Fotografien sowie Karten, Drucke aber auch Gesteine, Insekten, Tier- und Pflanzenpräparate befinden sich in den Sammlungen und Archiven der ETH Zürich. In dieser heterogenen Sammlungslandschaft spiegeln sich die vielfältigen kolonialen Verflechtungen der Schweiz wider.
Digitalisierung und Dekolonialisierung von Archiven
Dieser Beitrag wurde aufgrund einer nachfolgenden produktiven Diskussion editiert. Die Publikation der Fotografien im Blogbeitrag wurde nachträglich eingeordnet und begründet. Drei Fotografien mit wiederholenden Motiven wurden entfernt, um die Gefahr der Reproduktion kolonialer Perspektiven zu minimieren.
Am 7. Dezember 1926 hob das Flugzeug Switzerland vom Zürcher Boden ab mit dem Ziel Afrika zu erkunden. An Bord waren unter anderem Walter Mittelholzer, ein als Nationalheld gefeierter Pilot und Fotograf, sowie der Geologieprofessor und Hobbyfotograf Arnold Heim. Sie sollten während des sogenannten Afrikafluges Land und Leute fotografisch festhalten.