Wer einen Blick auf frühe geologische Karten der Schweiz wirft, blickt damit auch auf die Geburtsstunde der modernen Alpengeologie. Ein interessantes Werk ist dabei die geologische Karte der Stockhornkette von 1827, erstellt vom Berner Geologen Bernhard Studer. Dieser bereicherte die wachsende geologische Terminologie auch gleich noch mit Simmentaler Dialekt.
*Bestände
Das Kräuterbuch des Hieronymus Bock
Der leidenschaftliche Pflanzenforscher Hieronymus Bock hinterliess mit seinem Kräuterbuch eines der bedeutendsten botanischen Werke der Renaissance. Er gilt damit als einer der «Väter der Botanik».
Die Schweizer Bier-Idee – Eintauchen ins Archiv des Brauerei-Verbands
Wasser, Malz, Hopfen und Hefe – und eine volle «Maß» Schweizer Wirtschaftsgeschichte: Das historische Archiv des 1877 gegründeten Schweizer Brauerei-Verbands SBV umfasst Schrift- und Bildquellen von der Gründungszeit bis in die Gegenwart. Sie lassen tief in die Branchengeschichte blicken und dokumentieren den Weg vom kartellierten «Schweizer Bier» bis zur heutigen wettbewerbsorientierten Vielfalt mit unzähligen Kleinbrauereien und wenigen Grosskonzernen.
‹Schweizerische Grönlandexpedition› 1912/13. Zur Schweizer Erstkartografierung eines dänischen Kolonialraums
Im April 1912 brachen sieben Wissenschaftler unter der Leitung des Schweizer Forschers Alfred de Quervain (1879–1927) zur rund vierzehnmonatigen ‹Schweizerischen Grönlandexpedition› auf. Nach dem gescheiterten ersten Anlauf im Jahr 1909 sollte nun bei diesem zweiten Versuch die Erstüberquerung des Inlandeises bis zur Ostküste Grönlands und deren Erstkartografierung gelingen. Das Gebiet im Osten Grönlands heisst bis heute ‹Schweizerland›. Im Anschluss an diese Expedition im kolonialen Kontext erhielt de Quervain im Jahr 1915 eine Titularprofessur an der ETH Zürich.
«keine elitäre Literaturverfilmung» – Stefan Haupt im Interview
Mit seinem Film «Stiller», der im Herbst 2025 in die Kinos kam, brachte Stefan Haupt den weltberühmten Roman von Max Frisch erstmals auf die grosse Leinwand. Sieben Fragen an den Regisseur.
Bürgerliches Sammeln und Wissensproduktion: Heinrich Eschers Kassabuch
Mit der von Heinrich Escher-Zollikofer (1776–1853) zusammengetragenen Insektensammlung nahm die entomologische Sammlung der ETH Zürich ihren Anfang. Die Entomologie, auch Insektenkunde genannt, ist ein Teilgebiet der Zoologie.[1] Als Kaufmann aus einer einflussreichen Zürcher Familie und Vater des späteren ETH-Mitgründers Alfred Escher verband er während und nach seinen Reisen nach Nordamerika Unternehmertum mit naturkundlicher Sammelleidenschaft. Neben tausenden sorgfältig konservierten Schmetterlingen und Käfern befindet sich im Archiv eine weitere Quelle, die einiges über das bürgerliche Sammeln des frühen 19. Jahrhunderts verrät, nämlich Heinrich Eschers Kassabuch. In den 1820er-Jahren notierte Heinrich Escher, wieviel er für einzelne Käfer- und Schmetterlingspräparate bezahlte, von wem er sie erwarb und woher die Objekte stammen oder über welchen Weg die Objekte in die Sammlung kamen.[2] Damit ist das Kassabuch mehr als eine reine Auflistung von Ausgaben. Es offenbart ein Netzwerk von Händlern, Sammlern und Naturforschern, macht die ökonomischen Aspekte des Sammelns sichtbar und zeigt, welche Bedeutung Insektenpräparate im bürgerlichen Milieu der damaligen Zeit hatten.
«Am Anfang war das Bergsteigen!» – Zum 40. Todestag von Eduard Imhof
Kaum ein anderer ETH-Professor prägte sein Fachgebiet wie Eduard Imhof. Am Montag jährt sich der Todestag des Kartografen, der durch seine wissenschaftlichen und künstlerischen Leistungen die Schweizer Kartografie veränderte und mit seiner engagierten Lehrtätigkeit manche seiner Schüler für diese begeisterte.
Als Westgruppe am Eisrand. Was 1912 drei Forscher in Grönland motivierte
Die Schweizerische Grönlandexpedition startete am 20. Juni 1912 am Rand des Gletschers Eqip Sermia ins Innere des grönländischen Eisschilds. Alle sieben Grönlandreisenden und fünf Inuit, begleitet von 29 Hunden, zogen und hievten auf 600 m über Meer drei volle Schlitten und sich selbst das ansteigende, unebene Eis hinauf. Eine geballte Ladung Schub für die erfolgreiche Bewältigung der Hunderte Kilometer langen Strecke bis Ostgrönland. Die vierköpfige Ostgruppe unter der Leitung von Alfred de Quervain war dadurch und dank ausgezeichneter Vorbereitung optimal positioniert und nahm die Querung unter die Füsse bzw. Kufen.
Nicht Teil des Teams waren die drei Mitglieder der Westgruppe. Ihnen ist der folgende Beitrag gewidmet.
The Evidence for Easter – oder was man sonst so im Hochschularchiv findet
Im Hochschularchiv der ETH Zürich werden über fünfzehntausend Bestände von Privatpersonen mit ganz unterschiedlichem Inhalt aufbewahrt. Einer davon ist der Bestand Hs 1405, der Fremdmanuskripte umfasst, die von Carl Alfred Meier gesammelt wurden. C. A. Meier war ein Schweizer Psychiater und Psychologe sowie ein enger Freund von Carl Gustav Jung.
In diesem Bestand finden sich unter anderem zwei Manuskripte von Samuel MacLean Gilmour zum Osterglauben: „The Evidence for Easter” (Hs 1405:90) und „Theology and Psychology of the Easter Faith” (Hs 1405:91).
Die Villa Wesendonck – Ein architektonischer Knotenpunkt zwischen globalem Handelskapital, politischem Exil und der ETH-Geschichte
Betrachtet man das heutige Museum Rietberg im Zürcher Quartier Enge, so richtet sich der Blick meist auf die Sammlungen aussereuropäischer Kunst. Das Hauptgebäude jedoch, die Villa Wesendonck (Abb.1), repräsentiert eine andere, ähnlich globale Geschichte, die in den Handelsbeziehungen des europäischen Bürgertums verwurzelt ist.[1]