Ab den frühen 1930er Jahren sammelten sich rechtsextreme Kräfte in der Schweiz in der Frontenbewegung, welche sich stark am nationalsozialistischen Vorbild orientierte. Nach Anfangserfolgen verlor die Bewegung sukzessive an Bedeutung und geriet durch behördliche Verbote unter Druck. Einzelne Unbeirrbare schlossen sich der Waffen-SS an und zogen an deutscher Seite in den Krieg.
Eine jüdische Grossfamilie auf der Flucht vor dem Nationalsozialismus – eine Spurensicherung
Flucht in die Schweiz
«Im Zimmer war ein Soldat, der uns bewacht hat, und plötzlich kommt er und sagt, wir müssen zurück. Sie können sich vorstellen: Die Deutschen waren schon dort [an der Schweizer Grenze]. Am Schluss sagt er: ‘Ich bin jetzt fertig mit dem Dienst. Im Militär bin ich nur ein Soldat, aber zivil habe ich etwas mehr zu sagen. Sie werden bleiben können.’ Und wir haben gesagt, der spinnt.»1
Mit diesen Worten beschreibt Branka Wigdorovits ihre Ankunft in der Schweiz im September 1943. Branka war Teil einer Gruppe jüdischer Geflüchteter aus Jugoslawien. Sie überquerte die Schweizer Grenze zusammen mit ihren zwei Schwestern, ihrer Mutter und Grossmutter sowie weiteren Verwandten und Bekannten.