Die Cometen: Candid Lang

Die Cometen: Candid Lang

Der Fotograf Candid Lang (1930-2006) kam 1955 zwar schon bald nach der Gründung im Jahr 1952 zu Fotoagentur Comet, war aber aufgrund seiner Mitarbeit bei anderen Agenturen kein „ausschliesslicher“ Comet wie die Kollegen Björn Erik Lindroos, Hans Gerber oder Jack Metzger. Der in Schaffhausen geborene Fotograf galt in Fachkreisen als einer der grossen Pressefotografen und arbeitete nach seiner Fotografenlehre von 1948 bis 1951 bei Richard Aschwanden in Altdorf auch für den ATP Bilderdienst, Die Woche, die Schweizer Illustrierte, den Tages-Anzeiger und ab 1975 während 18 Jahren für den Blick.

Mit den Worten von Hans Peter Treichler „… hatte sich Candid Lang den Blick für die skurillen Seiten des Stadtlebens bewahrt: [er war] einer, der hierzulande gar nicht so seltenen «Photoreporter mit Seele», den es aber immer wieder auch in die Natur zieht (Pfrunder, S. 259)“.

Erst-Mai-Feier in Zürich, Zuhörer und abgelegte Musikinstrumente an der Abschlusskundgebung auf dem Münsterhof

Candid Lang: 1. Mai-Feier in Zürich, 1.5.1955 (Com_M04-0111-0001)

Thermalquelle Zurzach

Candid Lang: Thermalquelle Zurzach, 1955 (Com_M04-0264-0006)

Thermalquelle Zurzach

Candid Lang: Thermalquelle Zurzach, 1955 (Com_M04-0264-0004)

Candid Lang hatte eine ausgeprägte Affinität zur Bildenden Kunst und er bewegte sich gerne in Künstlerkreisen. 1971 gestaltete er mit dem Zürcher Künstler Alex Sadkowsky und der Dichterin Titine Mensch ein Fotobuch mit dem Titel Kofferraum der Welt. Lang erfüllte darin wie Martin Jaeggi schreibt „… die Rolle, die einem Kameramann in einem Spielfilm zukommt. Er gestaltete die Bilder, deren Inhalte wurden ihm jedoch von Sadkowsky und Mensch vorgegeben (Münzenmaier, S. 298).“ Das Buch wurde als eines der schönsten Bücher des Jahres 1971 ausgezeichnet.

Der Nachlass von Candid Lang befindet sich in der Fotostiftung Schweiz. Im Bildarchiv der ETH-Bibliothek sind derzeit etwa 400 Bilder online, welche Lang zwischen 1955 und 1988 exklusiv für Comet machte. Wer sich für die künstlerische Ader Candid Langs interessiert, wird im online Katalog der Fotostiftung fündig. Dort liegt zum Beispiel seine umwerfende Serie „Gespenster“ von 1982 vor.

Zitierte Literatur:

Pfrunder, Peter. “Seitenblicke : die Schweiz 1848 bis 1998 – eine Photochronik.” Zürich: Offizin, 1998.

Münzenmaier, Sabine, Martin Gasser, und Peter Pfrunder. Schweizer Fotobücher 1927 Bis Heute : Eine Andere Geschichte Der Fotografie. Baden: Lars Müller, 2012.

Links:

Eintrag zu Candid Lang auf foto.ch

https://www.fotostiftung.ch/de/archive-spezialsammlungen/archive-nachlaesse/candid-lang/

Bisher erschienen in der Reihe Die Cometen:

Die Cometen: Björn Erik Lindroos

Die Cometen: Zum 100. Geburtstag von Jack Metzger

Die Cometen: Hans Gerber

Die Cometen: Heinz Baumann

Die Cometen: Werner Catrina

Die Cometen: Walter Schmid

Die Cometen: Christof Sonderegger

Die Cometen: Beat Albrecht

Die Cometen: Doris Gaus

Die Cometen: Jules Vogt

Die Cometen: Hans Krebs

Die Cometen: Wolfgang Lindroos

Geplant sind: Hansruedi Bramaz, Arthur Wieser, Christian Lanz, Patrick Lüthy, Markus Hässig und weitere.

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