Die Fotografie als Vermessungswerkzeug von Glaziolog:innen

Seit den 1880er-Jahren wurde die terrestrische Fotogrammetrie zunehmend zur topografischen Vermessung von Gletschern eingesetzt, insbesondere am Rhonegletscher. Um vergleichbare Ergebnisse zu erzielen, mussten die Aufnahmen regelmässig vom exakt gleichen Standort aus und zur gleichen Jahreszeit erfolgen. Der Silbergelatine-Abzug einer fotogrammetrischen Aufnahme des Rhonegletschers wurde mit … Weiterlesen …

Schweizer Grönlandexpedition 1912: Gletscherpanorama am Eqi und Rückreise der Westgruppe

In diesem Beitrag möchte ich die Forschungsreise der Schweizer in Beziehung zu kolonialen Aneignungen mithilfe des Elements Wasser setzen. In der Arktis führen die Verkehrswege über das Meer und durch die Fjorde. Einige der Routen führten 1912 zu Fangplätzen, die gerade dank Nährstoffeintrag von Gletscherabbruch und Fliesswasser genügend artenreich gewesen sein dürften, um für die Bewohner den Weg ins Jagdgebiet lohnenswert zu machen. Wie benutzten dagegen die Grönlandreisenden den Wasserraum und wie nahmen sie den Umgang der Inuit damit wahr? Am Ende eines solchen Fjordarms lag der von der Westgruppe untersuchte Ekip Sermia, auch Eqi-Gletscher genannt.
Es ist ein bemerkenswerter Glücksfall der Überlieferung, dass das Panorama des 1912 photogrammetrisch dokumentierten Gletschers in herausragender Fotoqualität rekonstruiert werden konnte. Doch in welchem Kontext entstand die Aufnahme?

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Zwischen Gletscher und Glas: Die Fotodokumente der Schweizer Grönlandexpedition 1912/13

Vor der Unterkunft der Schweizerischen Grönlandexpedition in Sisimiut standen im Mai 1912 Blechbüchsen und Holzkisten. Ein Schneezipfel beherbergte die leeren Schlitten, die akurat aufgereiht genau wie die Skis an der Hauswand ihrer Verwendung entgegensahen. Es muss bald nach der Ankunft in Sisimiut gewesen sein, als die sieben Expeditionsteilnehmer an ersten Etappenzielen Touren absolviert und die allermeisten Instrumente erprobt hatten. Gewonnene Einsichten manifestierten sich, lange erhoffte Ereignisse warteten noch auf dem Weg der Ost- und der Westgruppe der Küste entlang nach Norden.
Mitgeführt wurden unter anderem Apparate und Behältnisse voller Negativmaterial für eine exklusive Fotodokumentation.
Wir möchten im Folgenden auf einige Kameraausrüstungen hinweisen und den Spielraum betrachten, der sich 1912 den Akteuren der Expedition in fotografischer Hinsicht bot.

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Als Westgruppe am Eisrand. Was 1912 drei Forscher in Grönland motivierte

Die Schweizerische Grönlandexpedition startete am 20. Juni 1912 am Rand des Gletschers Eqip Sermia ins Innere des grönländischen Eisschilds. Alle sieben Grönlandreisenden und fünf Inuit, begleitet von 29 Hunden, zogen und hievten auf 600 m über Meer drei volle Schlitten und sich selbst das ansteigende, unebene Eis hinauf. Eine geballte Ladung Schub für die erfolgreiche Bewältigung der Hunderte Kilometer langen Strecke bis Ostgrönland. Die vierköpfige Ostgruppe unter der Leitung von Alfred de Quervain war dadurch und dank ausgezeichneter Vorbereitung optimal positioniert und nahm die Querung unter die Füsse bzw. Kufen.
Nicht Teil des Teams waren die drei Mitglieder der Westgruppe. Ihnen ist der folgende Beitrag gewidmet.

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Vier Steinreihen zur Messung der Bewegung des Rhonegletschers

Erst im Juni 1874 entschied die Gletscherkommission im Einvernehmen mit dem Eidgenössischen Stabsbüro, dass während zwei Jahren eine genaue Vermessung, topographische Aufnahme und sonstige Beobachtungen an einem Gletscher, dem Rhonegletscher, stattfinden sollten. Das Projekt musste innerhalb weniger Tage aufgegleist werden, wenn man die schon angebrochene Sommersaison nicht verlieren wollte.

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Anfänge der Glaziologie

In den 1860er-Jahren herrschte Aufbruchstimmung, die systematische Erforschung der Natur in der Schweiz begann. Dabei wurden Institutionen wie das Eidgenössische Topographische Bureau sowie die Geologische oder Meteorologische Kommission gegründet. 1869 initiierten der Schweizer Alpenclub und die Schweizerische Naturforschende Gesellschaft das Glaziologische Kollegium (ab 1893: Gletscherkommission), um die Gletscherforschung zu fördern. Unterstützt wurde das Kollegium vom Topographischen Bureau und von lokalen Forstdiensten.  

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Frühe Theorien und Durchbruch der Glaziologie

Auch die Schweizer Forschertriade Ignaz Venetz (1788–1859), Jean de Charpentier (1786–1858) und Louis Agassiz (1807–1873) vertiefte den glaziologischen Diskurs zunächst um die Frage nach der Eiszeit. Ignaz Venetz begründete die Idee einer Eiszeit, welche später durch Jean de Charpentier und Louis Agassiz in der Wissenschaft … Weiterlesen …

Messmethoden der Glaziologie: Niederschlagsmesser

In unserer neuen Ausstellung „Entgletscherung – Die Vermessung des Eises“, die Sie im Hauptgebäude der ETH Zürich, im extract, besuchen können, beschäftigen wir uns in fünf Kapiteln mit der Geschichte der Glaziologie an der ETH Zürich. Gletscherforscher:innen vermessen die Schweizer Gletscher seit mehr als 150 Jahren systematisch. Die eindrucksvolle Zeitreise umfasst eine Reihe von Themen, darunter die abenteuerlichen Alpenexpeditionen und frühen Eiszeit-Theorien. Darüber hinaus werden auch historische und modernste Vermessungsmethoden und Fragen zur Zukunft behandelt.

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