Die erste schematische Bodenkarte der Schweiz

Ende letzten Monats erhielt die Kartensammlung der ETH-Bibliothek ein einzigartiges Geschenk. Auf seinen Ruhestand hin hat Professor Dr. Ruben Kretschmar uns den ersten Versuch einer Bodentypenkarte der Schweiz aus dem Jahr 1925 überlassen.

Abb. 1: Der erste Versuch einer schematischen Bodentypenkarte der Schweiz (Rar KS 1199).

Die Karte wurde anlässlich der Schweizerischen Ausstellung für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gartenbau 1925 von Hans Jenny gezeichnet. Dafür nahm er eine gewöhnliche Schulkarte im Massstab 1:600 000 und zeichnete mit weisser und brauner Deckfarbe die Bodenregionen ein. Die wissenschaftliche Grundlage dafür entnahm er den Arbeiten von Georg Wiegner, Ordinarius für Agrikulturchemie an der ETH.

Die Karte erhielt an der Ausstellung wohl viel Aufmerksamkeit, da bis dahin eher graphische Tabellen gezeigt wurden, die nur die Spezialisten zu fesseln vermochten. Darüber hinaus verfasste Jenny drei Jahre später einen Kommentar zur Bodentypenkarte im landwirtschaftlichen Jahrbuch der Schweiz.

Abb. 2: Detailansicht aus der Bodenkarte der Schweiz.

Im Kommentar betont Jenny den auch, dass kartographische Detailarbeit nötig sei, um die verschiedenen Typen noch weiter voneinander abzugrenzen. Diese Arbeit wurde bereits ein paar Jahre später von Hans Pallmann, Privatdozent für spezielle Agrikulturchemie, und Hermann Gessner, Privatdozent für Kolloidchemie, aufgenommen. Anhand ihrer umfangreichen Erhebungen konnten sie 1934 eine gedruckte Bodentypenkarte der Schweiz herausgeben, welche Jennys Karte in grossen Zügen bestätigte.

Die Karte von Pallmann und Gessner, die somit auf jene von Jenny zurückgeht, wurde daraufhin in verschiedenen Versionen, sowohl in Farbe als auch schwarz-weiss, neu aufgelegt und bildete lange die Grundlage für den entsprechenden Unterricht an der ETH Zürich.

Vermutlich wurde die Karte von Professor Wiegner an Professor Pallman weitergegeben, der sie wiederum seinen Nachfolgern überreichte, bis sie uns nun von Professor Kretschmar zur sicheren Aufbewahrung überreichte. Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals bei Herrn Prof. Dr. Kretschmar für dieses wissenschafts-historisch bedeutende Unikat bedanken.

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