«Du scaphandre» – eine Kuriosität aus der Welt des Tauchens

Das Wort «Skaphander» ist eine veraltete Bezeichnung für einen Taucher- oder Schutzanzug, der sich unter extremen Druckverhältnissen bewähren soll und im Französischen oder Italienischen unter «scaphandre» bzw. «scafandro» durchaus heute noch gebräuchlich ist.

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Abb 1: Umschlagseite

Im Jahr 1855 stellte der Franzose Joseph-Martin Cabirol ein neuartiges Tauchgerät vor, welches er «Scaphandre» nannte und das die Arbeit von Meerestauchern unterstützen sollte. Dieser Ganzkörperanzug mit Helm und Druckausgleichsbehälter schien der maritimen Welt vielversprechend, so dass der Kapitänleutnant Louis du Temple das Thema aufnahm und eine detaillierte Beschreibung samt Anleitung «Du scaphandre et de son emploi à bord des navires» beim auf maritime Publikationen spezialisierten Verleger Arthus Bertrand herausgab.

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Abb. 2: „Plongeur habillé“

Dabei werden nicht nur der Anzug und seine Bestandteile vorgestellt sondern auch Hinweise für Taucher (einschliesslich was man unter dem Anzug trägt und eine Reihe von Signalen, die duch Ziehen an einer Schnur gegeben werden) erbracht. Als Verwendungsmöglichkeiten werden das Reparieren von Schäden an Schiffen unter dem Meeresspiegel, das Finden von Routen für gestrandete Boote und das Bergen verlorener Anker angegeben.

Die erste Abbildung zeigt ein Taucherpaar, das eine Kanone vom Meeresboden holt. Das Gerät hatte grossen Erfolg, so dass die französischen Streitkräfte ihre militärischen Taucher tatsächlich damit ausrüstete. Um als Taucher mit dem neuen «Geräteanzug» ausgestattet zu werden, empfiehlt der Text folgende Konditionen: 1. Nicht in betrunkenem Zustand zu sein, 2. Kein voller Magen zu haben, 3. Keine Schweissausbrüche, 4. Eine robuste Gesundheit, 5. Ein ausgeglichener Character (esprit calme!). Dem Tauchgerät war wohl kein langes Leben beschert, denn schon bald übernahmen in der Marine U-Boote die Aufgaben der klassischen Meerestaucher.

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Abb. 3: „Pompe à air / Casque et pélerine“

Literatur:  – Du Temple, L. , „Du scaphandre et de son emploi à bord des navires, Paris, Arthus Bertrand, Editeur, [1863], Rar 10708

https://doi.org/10.3931/e-rara-93343

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