Fernweh ade… die Zweite

Fernweh ade… die Zweite

Vor etwas mehr als einem Jahr haben wir uns an dieser Stelle auf eine virtuelle Reise nach Spanien begeben und die Reiselust über digitalisierte Karten ausgelebt. Nun gibt es aus aktuellem Anlass eine Neuauflage. Sind Sie mit dabei?

Dieses Mal geht es etwas weiter in die Ferne: Nach Westindien, auch bekannt als die Karibik. Sonne, Strand, viele Inseln, tropisches Klima. Der ideale Ort, um unser Fernweh zu lindern.

Abb. 1: Überblick über die Inseln und Inselgruppen ums Karibische Meer

Und der Bezug zur Spanienreise letztes Jahr bleibt auch noch bestehen. Die Inselgruppen und Inseln waren seit dem 15. Jahrhundert Teil einer europäischen Kolonialpolitik, Schauplatz verschiedener Kriege und auch Piraterie (man denke dabei an Tortuga). Spanien, Grossbritannien, Frankreich, die Niederlande, Dänemark, Schweden – viele Interessen lagen und liegen in dieser Region. Mit Barbados hat diese Woche ein weiterer Inselstaat aber seine Bestrebungen nach mehr Eigenständigkeit weitergeführt und ist seit dem 30. November – 55 Jahre nach der eigentlichen Unabhängigkeitserklärung – eine Republik mit einer Staatspräsidentin, welche die Queen als Staatsoberhaupt ablöst. Barbados bleibt aber Mitglied der Commonwealth of Nations.

Abb. 2: Detailansicht des Kartenblattes (kleine Antillen). Barbados fällt schon fast aus dem östlichen Ende des Kartenbildes. Schön zu sehen sind auch die unterschiedliche Kolorierung, welche die verschiedenen Zugehörigkeiten um 1887 abbilden (rot steht hier für „britische Besitzungen“, violett für „französische Besitzungen“)

Die Übersichtskarte zur Karibik ist Teil einer ausgegliederten Publikation von Karten aus Adolf Stielers Handatlas. Das Exemplar im Bestand der ETH-Bibliothek weist als Provenienz den Exlibrisstempel der «Pharmaceutische Abtheilung» des Polytechnikums, der späteren ETH Zürich. Die vier Karten aus West-Indien, Central-Amerika bis zum südlichen Canada in 4 Blättern [1887?] decken dabei nicht nur die Karibik ab, sondern auch grosse Teile des nordamerikanischen Kontinents. Damit ergibt sich ein schönes Gesamtbild von Nord- und Mittelamerika.

August Petermann (1822 – 1878), deutscher Geograf und Kartograf, hat die Karten entworfen, die sowohl im erwähnten Ausgaben des Handatlas (ab der 4. Ausgabe) als auch in seinen Geographische Mitteilungen Verwendung fanden. Gezeichnet wurden die Karten von Hermann Habenicht (1844–1917). Laufende Anpassungen an den Verfahren zur Kupferplatten-Herstellung sowie Verbesserungen bei der Schriftsetzung und Reliefschattierung mündeten in einer hohen Detailqualität der Karten. Zu sehen ist diese Qualität beispielsweise in den Nebenkarten, die einige Inseln der Karibik abbilden.

Abb. 3: Die Nebenkarten auf dem Kartenblatt mit detaillierten Ansichten einzelner Inseln und Inselgruppen.

Wunderbare mögliche Reiseziele, wenn Reisen dann wieder problemlos möglich ist. Ansonsten lindern wir unser winterliches Fernweh in einem Jahr wieder mit einer anderen Karte eines attraktiven Reiseziels.

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